. Die Tabletten sollten im Ganzen mit Wasser geschluckt und können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Kommt es unmittelbar nach der Gabe zu Erbrechen, sollte die Einnahme der Dosis wiederholt werden.
Zur Kontrolle von Nebenwirkungen können eine Dosisreduktion oder Unterbrechung sowie ein Abbruch der Behandlung erforderlich sein. Zu den sehr häufigen unerwünschten Wirkungen zählen intratumorale Blutungen und andere hämorrhagische Ereignisse. Patienten und Betreuungspersonen sollten über das Risiko von Blutungen während der Behandlung aufgeklärt werden. Zudem kann sich unter der Therapie das Wachstum verzögern. Patienten und Betreuungspersonen sollten über dieses Risiko informiert und das Wachstum und die Entwicklung vor Behandlungsbeginn sowie regelmäßig während und nach Absetzen der Behandlung überwacht werden.
Sehr häufig wurden Erhöhungen der Leberwerte, insbesondere von Alaninaminotransferase (ALT), Aspartataminotransferase (AST) und Bilirubin beobachtet. Die Leberfunktion sollte vor Therapiebeginn, ein Monat nach Beginn und routinemäßig während der Behandlung überwacht werden.
Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen zählt zudem Hauttoxizität. Patienten und Betreuungspersonen sollen über das Risiko von Hautausschlag und Lichtempfindlichkeit während der Behandlung aufgeklärt werden. Es wird empfohlen, unter Tovorafenib Vorsichtsmaßnahmen gegen UV-Strahlung zu treffen, etwa Sonnenschutzmittel mit LSF ≥ 50, Sonnenbrille und/oder Schutzkleidung einzusetzen.
Wichtige Wechselwirkungen
Tovorafenib ist ein Substrat von CYP2C8. Die gleichzeitige Anwendung mit starken oder moderaten Inhibitoren beziehungsweise Induktoren dieses Enzyms sollten vermieden werden.
Zudem kann der Kinasehemmer als CYP3A-Induktor unter anderem die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva abschwächen.
Nebenwirkungen
Zu den in Studien zu Tovorafenib am häufigsten genannten Nebenwirkungen zählten Veränderungen der Haarfarbe, erhöhte Werte der Kreatinphosphokinase, Müdigkeit, Anämie, Erbrechen, niedrige Phosphatspiegel, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Fieber, Wachstumsverzögerung und trockene Haut.
Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen
Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.
Studien
Hintergrundinfos
Pädiatrische niedriggradige Gliome (pLGG) gehören zu den häufigsten Hirntumoren im Kindesalter. Sie werden als gutartig betrachtet und die betroffenen Kinder haben eine sehr gute Langzeitprognose. Dennoch ist der Tumor mit einer erheblichen lebenslangen Belastung verbunden. Er führt häufig zu schweren körperlichen und neurologischen Beeinträchtigungen, darunter Sehverlust, Sprachstörungen und motorische Dysfunktionen, die die schulische Entwicklung, Selbstständigkeit und Lebensqualität langfristig und deutlich beeinträchtigen können.
Der Mehrheit der pLGG liegen aktivierende Veränderungen im MAPK-Signalweg zugrunde. Zu den wichtigsten Treibern gehören BRAF-Alterationen, insbesondere BRAF-Fusionen und BRAF-V600-Mutation